Erfahrungsbericht zum ersten Spieltag der Euro 2024 in Gelsenkirchen


Das Schalker Fanprojekt setzt in Gelsenkirchen das Fanbetreuungsprogramm „Fans Welcome“ zur EURO 2024 der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) um. Dieses wird vom BMI gefördert und ist ein Service- und Unterstützungsangebot für Fans und Besucher*innen der Europameisterschaft.
Es basiert auf der umfangreichen Erfahrung der KOS und der Fanprojekte bei der Begleitung reisender Fans im Ausland. Zudem war die KOS bereits 2006 verantwortlich für das Fanbetreuungsprogramm zur WM.
Die wichtigste Erkenntnis, die wir in den 30 Jahren des Bestehens des Fanprojektes gelernt haben, ist, dass mit Fans jederzeit offen, ehrlich und auf Augenhöhe kommuniziert werden muss. Hierzu gehört auch eine transparente Fehlerkultur der Veranstalter.
Mit Blick auf das Spiel England-Serbien müssen wir nunmehr feststellen, dass dies nicht geschehen ist.
Zu den Geschehnissen hat sich die FSA bereits geäußert und aus unserer Sicht die richtigen Punkte angesprochen. Überrascht hat uns hingegen die Mitteilung der Stadt GE und der Polizei, die eine positive Bilanz ziehen und dort ausdrücklich auch das Mobilitätskonzept einbeziehen. Dies wird auch bei den englischen Fans, die Sonntag in der Arena waren, erstaunen und sicherlich auch verärgert zurücklassen. Sicherlich werden viele auch die Bilder vom Sonntag im Kopf haben, wenn sie potenziell im Achtelfinale wieder nach GE kommen. Umso wichtiger ist für die kommenden Spiele eine klare Kommunikation und auch eine ehrliche Fehlerkultur.
Es gibt verschiedene Ansätze die Situation zu verbessern. Aus unserer Sicht auch kurzfristig umsetzbar sind bspw. mehr Volunteers an den zentralen Stellen, mehr Mitarbeiter der Bogestra und der DB an den Haltestellen am Stadion und am Hauptbahnhof und frühzeitige Wegeführung mit deutlicher und wiederkehrender Beschilderung. Durchsagen im Stadion noch ein wenig im Stadion auszuharren und sich auf Wartezeiten einzustellen. Extra Flyer/Flugblätter/Homepages für die An – und Abreise, die eben nicht nur über den HBF funktionieren kann.
Wir haben diese und weitere Ideen an die Stadt Gelsenkirchen direkt am Tag nach dem Spiel kommuniziert und es werden einige Maßnahmen direkt umgesetzt. Das ist gut und hilft uns, den ehrenamtlichen Volunteers und auch den zahlreich eingesetzten Polizeibeamten die anreisenden Gäste zu informieren und eine Situation wie beim letzten Spiel zu vermeiden. Es zeigt uns auch, dass es intern durchaus ein Fehlerbewusstsein gibt, allein fehlt uns das Verständnis, warum das nicht nach außen kommuniziert wird, zumal es auch gute Argumente gibt, die man kommunizieren kann.
Das Schalker Fanprojekt mit „Fans Welcome“ und die KOS werden die drei folgenden Spiele aufmerksam begleiten und im ständigen Austausch mit allen beteiligten Institutionen sein.

Philipp Beitzel Fanbetreuungsprogramm „Fans Welcome“ zur EURO 2024 (Projektleitung)
beitzel@dsj.de T: +49 69 6700-276 mobil: +49 178 4935361

Markus Mau
Schalker Fanprojekt / Fans Welcome Gelsenkirchen
m.mau@schalker-fanprojekt.de
mobil: +491777533593

Für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit!

Aufruf zur Kundgebung:

Für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit!

Dienstag, 19. März 2024, 15:30 – 17:30 Uhr, Justizministerium, Mohrenstraße/ Jerusalemstraße, Berlin

Es ist an der Zeit, dass unsere Stimmen gehört werden und der unhaltbare Zustand, unter dem Beschäftigte leiden nur, weil sie ihre Arbeit machen, endlich verändert wird!
Vertrauen schützen! Veränderung braucht Vertrauen!
Fast im Knast! Für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit!

Liebe Kolleg*innen,
liebe engagierte und unserem Anliegen solidarische Menschen,
Soziale Arbeit basiert auf dem Vertrauen zwischen Klient*innen und Fachkräften. Dieses Vertrauen kann nur dann gedeihen, wenn alle sich sicher sein können, dass Informationen vertraulich behandelt werden. Jedoch werden immer wieder Sozialarbeitende bei Polizei, Staatsanwaltschaft und vor Gericht vorgeladen, um Auskunft zu geben und über ihre Klient*innen auszusagen. Hiermit wird die auf Vertrauen beruhende Beziehung zu ihnen nachhaltig zerstört und künftige Arbeitsbeziehungen werden womöglich bereits vor Beginn verunmöglicht, mindestens erschwert!
Die für die meisten Arbeitsfelder fehlenden gesetzlichen Regelungen zum strafprozessualen Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit gefährden diese Vertraulichkeit und damit die Grundlage unserer Arbeit. Seit Jahren fordern wir als breites Bündnis innerhalb der Profession ein Zeugnisverweigerungsrecht für die Soziale Arbeit.
Daher:
Es ist an der Zeit, dass unsere Stimmen gehört werden und der unhaltbare Zustand, unter dem Beschäftigte leiden nur, weil sie ihre Arbeit machen, endlich verändert wird!
Vertrauen schützen! Veränderung braucht Vertrauen!
Fast im Knast! Für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit!

Warum brauchen wir ein Zeugnisverweigerungsrecht?

Als Sozialarbeitende sind wir verpflichtet vertraulich mit unseren Klient*innen zu arbeiten. Dieses Vertrauen ist die Grundlage für eine gelingende Beziehung, die Beratung und Unterstützung in herausfordernden Lebenslagen möglich macht! Ohne Zeugnisverweigerungsrecht ist dieses Vertrauen gefährdet! Klient*innen zögern, uns sensitive Informationen anzuvertrauen, wenn sie befürchten müssen, dass diese Informationen später von Polizei, Staatsanwaltschaft und vor Gericht verwendet werden könnten. Dadurch leidet die Qualität unserer Arbeit und vor allem die notwendige Unterstützung von Betroffenen!
Ein Zeugnisverweigerungsrecht ist daher juristisch und politisch notwendig.
Es ist juristisch notwendig, weil es die Berufsfreiheit der Sozialarbeiter*innen schützt und es das Recht der Klient*innen auf vertrauliche Beratung und Unterstützung stärkt.
Es ist politisch notwendig, weil es ein Zeichen für die Wertschätzung der Sozialen Arbeit setzt und die gesellschaftliche Bedeutung der Sozialen Arbeit in Zeiten großer gesellschaftlicher Veränderungen unterstreicht.
Deshalb fordern wir vom Bündnis für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit:
Ein strafprozessuales Zeugnisverweigerungsrecht für Mitarbeiter*innen der Sozialen Arbeit durch eine Reform des § 53 StPO und die Aufnahme in die geschützten Berufsgruppen des § 53 Abs. 1 StPO!
Deshalb rufen wir alle Beschäftigten der Sozialen Arbeit und mit ihnen solidarische Personen auf:
Kommt zur Kundgebung am 19. März 2024 in Berlin!
Gemeinsam machen wir uns stark für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit!
Wir wünschen uns eine starke, solidarische und bunte Kundgebung! Bringt gerne Transparente, Schilder und Banner mit, die unserem Anliegen Ausdruck verleihen und die eurer Arbeitsfeld und euren Arbeitsort benennen:
? Vertrauen schützen!
? Veränderung braucht Vertrauen!
? Fast im Knast!
? Für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit!

Auf Partei- und Nationalfahnen bitten wir zu verzichten.

Auf Achse nach Hannover am 06.04.2024

Glück Auf!
Auf Achse geht endlich in die nächste Runde! Es geht an die Leine zum Sppiel gegen Hannover 96! Wir verbinden das Spiel mit einem Bildungsangebot und werden am Samstag zuvor die Gedenkstätte Ahlem besuchen. Zudem werden wir alle in einem Jugendzentrum in Hannover übernachten. Mit Freizeitprogramm und Pizza! Meldet euch direkt an unter:
aufachse@schalker-fanprojekt.de
Für alle Schalke Fans zwischen 14-17 Jahren inclusive Eintrittskarte, Busfahrt & Übernachtung. Für ganze 45 Euro! Danke für die Karten @s04 Danke @fanprojekt_hannover für euren Support und Organisation!
Freuen uns auf eure Anmeldungen!

Aufstehen, helfen, laut sein!

Schalke 04 startet mit MeDiF-NRW, Fanprojekt und Fan-Initiative ein Bündnis gegen sexualisierte Gewalt im ÖPNV

Die Fahrt mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) an Bundesligaspieltagen sollte für alle Fans gleichermaßen ein positives Erlebnis sein. Leider ist dies nicht immer der Fall, insbesondere für weibliche Fans, die häufig sexuelle Belästigung und unangemessenes Verhalten erleben. Im Rahmen der Datenanalyse der Vorfälle, die bei der Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW eingegangen sind, war auffällig, dass weibliche Fußballfans bei der Anreise zum Spiel teilweise die Fahrt mit dem ÖPNV meiden oder diesen gar als Angstraum erleben. Es ist wichtig nicht zu generalisieren, aber männliche Fußballfans sind gleichermaßen Teil des Problems als auch der Lösung. Für diese Problematik zu sensibilisieren und männliche Stadionbesucher dazu zu ermutigen, ihr Verhalten zu reflektieren und anzupassen ist Teil der Kampagne. Indem wir gemeinsam ein Bewusstsein schaffen und respektvolles Verhalten fördern, können wir dazu beitragen, dass Frauen im Stadion sowie auf dem Weg dorthin sich sicherer fühlen und das Fußballerlebnis für alle verbessern.

Weibliche Fußballfans sollten sich sicher und respektiert fühlen, wenn sie zum Stadion reisen, unabhängig davon, ob sie alleine oder in Begleitung unterwegs sind. Es ist wichtig, Frauen zu ermutigen, sich gegen sexuelle Belästigung oder sexualisierte Übergriffe zur Wehr zu setzen und Unterstützung zu suchen, wenn sie sich unwohl oder bedroht fühlen. Durch die Stärkung der Selbstsicherheit und das Aufzeigen von Handlungsmöglichkeiten können wir dazu beitragen, dass Frauen den ÖPNV an Spieltagen ohne Angst nutzen können.

Alle in die Abläufe einer Fußballgroßveranstaltung involvierten Institutionen tragen eine große Verantwortung dafür, dass Stadien und deren Umgebung sicher und frei von sexueller Belästigung sind. Dies umfasst auch die An- und Abreise der Fans mit dem ÖPNV. Es ist wichtig, dass die Verbände und Vereine, gleichermaßen aber auch Fans ins Selbstorganisation wirksame Maßnahmen ergreifen, um sexuelle Übergriffe zu verhindern und Betroffene angemessen zu unterstützen. Dies kann durch die Schulung von Sicherheitspersonal, die Bereitstellung von Awareness-Strukturen und die Förderung einer Kultur des Respekts und der Gleichberechtigung erreicht werden. Der Profifußball und vor allem auch der FC Schalke 04 befinden sich mit dem Angebot der StehAuf!-Anlaufstelle auf einem guten Weg.

Um langfristige Veränderungen zu bewirken, ist ein gemeinsames Engagement von Fußballfans, Vereinen, Verbänden und der Öffentlichkeit erforderlich. Wir alle müssen uns aktiv für eine sichere und respektvolle Fußballkultur einsetzen, in der sexuelle Belästigung aber natürlich auch weitere Diskriminierungsformen keinen Platz haben. Indem wir gemeinsam gegen Sexismus im Fußball vorgehen und für eine inklusive und sichere Umgebung kämpfen, können wir eine positive Veränderung bewirken und das Fußballerlebnis für alle verbessern.

Diskriminierung hat auf Schalke keinen Platz, sprecht gerne die Fanbeauftragten, das Fanprojekt oder die Fan-Ini an. Über das anonyme Portal der Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW (MeDiF-NRW) besteht zudem die Möglichkeit, Vorfälle zu melden oder sich weiterführende Informationen einzuholen.  www.medif-nrw.de 

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