Qualität mit Siegel

November 2020

Bestätigung für die gute Arbeit der Fanprojekte

Nichts ist so gut, dass es nicht verbessert werden könnte. Das gilt auch für die sozialpädagogische Fanarbeit. Dafür wurde 2010 ein Konzept zur Qualitätssicherung eingeführt, inzwischen ist der zweite Prüfzyklus abgeschlossen. 60 Fanprojekte haben bis September 2020 das Qualitätssiegel „Fanprojekt nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit (NKSS)“ erhalten.

Wie lässt sich die Qualität von Sozialarbeit mit Fußballfans, also die Kerntätigkeit der Fanprojekte, bewerten, evaluieren, verbessern? Um diese Frage zu beantworten, wurde 2010 das Qualitätssiegel „Fanprojekt nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit (NKSS)“ eingeführt. Bis 2015 wurden 51 Fanprojekte in einem ersten Zyklus geprüft und erfolgreich zertifiziert. Nun ist im September 2020 der zweite Prüfzyklus, dem ein Pilotprojekt vorgeschaltet war, abgeschlossen. Auch diesmal haben alle 60 untersuchten Fanprojekte das Qualitätssiegel erhalten. Anders als im ersten Durchgang wurde die Datenerhebung von einem externen und unabhängigen Institut, dem Centrum für Evaluation (CEval GmbH) a

us Saarbrücken, durchgeführt. Hat ein Fanprojekt den Prozess erfolgreich abgeschlossen, behält das Qualitätssiegel für drei Jahre seine Gültigkeit.

Das Konzept des Qualitätssiegels wurde von der AG Qualitätssicherung entwickelt, die auf Grundlage der Auswertung der CEval GmbH die Entscheidung über die Vergabe des Siegels trifft. Die Arbeitsgruppe ist an den Beirat der KOS angeschlossen. In ihr sind mit der Deutschen Sportjugend als Vertreterin der Trägerlandschaft, der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Familien- und Jugendbehörden für die Bundesländer, DFB und DFL, Wissenschaft und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte alle relevanten Netzwerkpartner der Arbeit vertreten. Vorsitzender der AG ist Prof. Dr. Gunter A. Pilz. Finanziert wird dieser Prozess von BMFSFJ, DFB und DFL. „Die Vergabe des Qualitätssiegels ist jedes Mal auch ein Beleg für die hohe fachliche Qualität der sozialpädagogischen Arbeit der Fanprojekte. Die enge Begleitung des Vergabeprozesses durch die AG und die intensiven Diskussionen innerhalb der AG geben allen Beteiligten zudem einen guten Einblick in die spezifische Arbeit vor Ort“, sagt Prof. Dr. Pilz. „Das Qualitätssiegel hat sich als ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung der Arbeit der Fanprojekte bewährt. Unser Blick geht nun in die Zukunft und in die Ausgestaltung des dritten Durchlaufs.“

Übergabe des Qualitätssiegels an das Schalker Fanprojekt im Oktober 2019

Der Prozess der Qualitätssicherung für die zweite Vergaberunde verlief in mehreren Stufen und erstreckte sich über rund zweieinhalb Jahre. Die Mitarbeiter*innen von CEval GmbH erhoben Daten durch Fragebögen und Gespräche vor Ort, nicht nur mit den Fanprojekten selbst, sondern auch mit den verschiedenen Netzwerkpartnern: mit Geschäftsführung, Sicherheits- und Fanbeauftragten in den Vereinen, Vertreter*innen von Kommune, Polizei, dem Träger und nicht zuletzt mit der Fanszene. Geprüft wurden strukturelle Kriterien wie die Ausstattung der Fanprojekte: Werden Diensthandys und ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt? Sind ausreichende Räumlichkeiten vorhanden? Beteiligen sich die Fachkräfte regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen? Doch bei anderen Fragen wie jener nach der Zusammenarbeit mit den Fanbeauftragten, der Kommunikations- und Vermittlungsfähigkeit im Netzwerk oder nach der Akzeptanz der Fanprojektarbeit in der Fanszene des Bezugsvereins geht es stärker um inhaltliche Einschätzungen, für die eine gute Kenntnis der Arbeitsabläufe und -bedingungen vor Ort hilfreich ist. Deutlich wurde in der Datenerhebung, dass der Prozess von den Beteiligten ernstgenommen und wertgeschätzt wird, der Rücklauf und die Bereitschaft, Auskunft zu geben, waren hoch. „Das Qualitätssiegel nimmt sowohl für die Fanprojekte als auch für die jeweilige Trägerorganisation einen hohen Stellenwert ein“, sagt Dr. Vera Hennefeld, Projektleiterin bei der CEval GmbH. Read more…

Schalker Fanprojekt und Sportjugend Gelsenkirchen laden zum FIFA 21 Esports-Turnier ein

Das Schalker Fanprojekt und die Sportjugend Gelsenkirchen laden am 12. November
2020 um 18.00 Uhr zum „Consol Cup“ ein. 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer können
sich für das FIFA 21 Esports-Turnier registrieren. Das Schalker Fanprojekt geht damit
einen Schritt in die Zukunft der sozialen Arbeit.

Das Schalker Fanprojekt hat in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW, mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte und mit der Bochumer Agentur STARK
Esports eine Initiative ins Leben gerufen, die die Förderung und Unterhaltung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen Fußballfans zum Ziel hat. Die Zusammenarbeit soll im Sinne von
gemeinsamen Werten wie Regionalität und sozialer Verantwortung stehen. „Faninteressen – vor allem von Jugendlichen – bilden sich immer mehr auch digital ab, diese Jugendlichen wollen
wir abholen und über das Interesse am Fußball sicherstellen, neue Kontakte zu knüpfen und daraus resultierend auch mögliche Potenziale für eine gelingende soziale Arbeit im digitalen
Raum zu formieren“, so Patrick Arnold von der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW.
Für die Praktiker des Schalker Fanprojekts bedeutet dies, Online-Fußballturniere zu organisieren und die Jugendlichen und jungen Erwachsenen Corona-konform zu Hause
abzuholen. Auftakt hierzu ist ein gemeinsames Online-Turnier vom Fanprojekt und der Sportjugend Gelsenkirchen: Der „Consol Cup“ ist ein FIFA 21 Esports-Turnier und kann mit maximal 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gespielt werden. Er startet am Donnerstag, den 12. November 2020 um 18.00 Uhr. Interessierte Mitspielerinnen und Mitspieler können sich ab sofort registrieren und anmelden. Für die ersten vier Plätze gibt es Sachpreise (u.a. Schalke Trikots und Playstation-Guthaben) zu gewinnen. Das Turnier wird über die Plattform lag.justplay.gg angeboten.
„In Zeiten von Corona gibt es weniger Möglichkeiten für uns, die Jugendlichen mit Angeboten anzusprechen, aber auch die Jugendlichen selbst finden kaum Angebote, die sie in ihrem
Freizeitinteresse ansprechen. Hier aber haben wir etwas entwickelt, was sich sehr gut in diese schwierige Zeit integrieren lässt und diese Lücke füllen kann. Positiv zu bewerten ist sicherlich
die Ausgangslage für dieses Projekt. Es wird von daheim gespielt und das Equipment und Know-how bringen die meisten Jugendlichen sowieso schon mit. Mein Wunsch ist, dass wir den
Kontakt zu den Fußballfans so besser halten und sogar ausbauen können. Gerne nehmen wir bei diesen Angeboten auch andere Jugendorganisationen mit, deswegen konnten wir auch
schon beim hiesigen Jugendring unser Angebot vorstellen und werden mit der Sportjugend Gelsenkirchen dieses erste Turnier durchführen“, so Markus Mau, Leiter des Schalker
Fanprojekts bei Gelsensport. „Wir als Sportjugend Gelsenkirchen waren sofort begeistert von der Idee und da die Sportjugend NRW sich ebenfalls seit kurzem für das Thema engagiert, passt das Angebot sehr gut zu uns. Wir hoffen weitere Angebote mit dem Fanprojekt zu initiieren und viele junge Menschen, die sich bislang nicht für die herkömmlichen Sportvereine interessieren konnten, eine Anlaufstelle in der Sportjugend anbieten zu können. Für uns ist es ein Testlauf, um sich dem großen Bereich des E-Gaming zu nähern und auszubauen“ erklärt Marc Kopatz,
Vorsitzender der Sportjugend Gelsenkirchen.

Für weitere Informationen stehen Markus Mau (Mail: m.mau@schalker-fanprojekt.de, Tel. 0177 7533593) sowie Christian Tabel (Mail: christian.tabel@gelsensport.de, Tel. 0172 8687737) zur Verfügung.

LAG Fanprojekte NRW präsentieren 5. Fußballkulturtage

Im Rahmen der Fußballkulturtage NRW lädt das Schalker Fanprojekt in Zusammenarbeit mit dem FC Schalke 04, S04-Fanbelange sowie Schalke hilft! am 8. Oktober zur Filmvorführung „Das Wunder von Taipeh“ inklusive vorheriger Podiumsdiskussion mit Steffi Jones, Bodo Menze sowie Hildegrad Frauenrath ein. Am 10. Oktober bietet das Schalker Fanprojekt gemeinsam mit Olivier Kruschinski eine „Mythostour“ durch den Stadtteil Schalke an.

Ob in Kunst, Literatur oder Kino – Fußball und Kultur sind mittlerweile ein eingespieltes Duo. Vom 6. bis 21. Oktober 2020 präsentieren die Fanprojekte in Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Fußballkulturtage NRW insgesamt 33 Veranstaltungen, verteilt auf das gesamte Bundesland. Kulturveranstaltungen sind fester Bestandteil der Fanprojektarbeit, um jugendliche Fans zur Erweiterung ihres Fußballhorizonts anzuregen.

In Gelsenkirchen lädt das Schalker Fanprojekt in Zusammenarbeit mit dem FC Schalke 04, S04-Fanbelange sowie der vereinseigenen Stiftung Schalke hilft! am Donnerstag, den 8.Oktober 2020 um 19.00 Uhr in die Schauburg in Gelsenkirchen zu der Filmvorführung von „Das Wunder von Taipeh“ ein. Der Film erzählt die Geschichte der ersten Frauen-Fußballweltmeisterschaft 1981 in Taiwan und den Kampf für Chancengleichheit und Respekt. Vor Filmbeginn diskutieren bei einer Podiumsdiskussion Steffi Jones (Weltmeisterin, Europameisterin, Deutsche Meisterin), Bodo Menze (Schirmherr der S04-Frauenfußballerinnen) sowie Hildegard Frauenrath (ehemalige Spielerin der Schalker Damenmannschaft der 1970er-Jahre) über den Stellenwert des Frauenfußballs früher und heute. Eintrittskarten für den können direkt vor Ort für nur 6 Euro erworben werden.

Am Samstag, den 10. Oktober 2020 macht das Schalker Fanprojekt zusammen mit Interessierten die von Olivier Kruschinski, geleitete „Mythostour“ durch den Stadtteil Schalke. Auf der Tour, bei der es um Schalker Geschichte und Schalke Geschichten geht, wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Mythos Schalke – näher gebracht und spürbar gemacht. Fußball ist eben nicht nur elf gegen elf, sondern eben auch viel mehr. Interessierte können das Fanprojekt bei Facebook oder Instagram verfolgen. Dort folgen die Tage weitere Infos zur Teilnahme.

Mit den Fußballkulturtagen NRW schaffen es die sozialpädagogischen Fanprojekte auf nordrhein-westfälischer Landesebene erneut, den Themen, die ansonsten in der medialen Betrachtung des Fußballs eher unterrepräsentiert sind, eine gewisse Öffentlichkeit zu geben.

„Erinnern heißt handeln“ heißt der Leitsatz, der sich auf den Schwerpunkt der diesjährigen
Veranstaltungsreihe bezieht. Viele Standorte präsentieren Angebote im Bereich der Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit und stellen somit einen Bezug zum Fußball sowie zur Gegenwart dar.
Dafür wird sich verschiedener Formate bedient, so gibt es Vorträge, historisch-politische Stadtrundgänge, Filmbeiträge und sogar eine Tour mit dem Rad.

Doch auch weitere Themen wie Homofeindlichkeit und Inklusion im Fußball, die Rolle der Frau im
professionellen Fußball, ein landesweites Fifa-Soccer-Turnier sowie ein Filmangebot für Kinder finden Platz im Programm. Zusätzlich gibt es einen Blick in andere (Fußball-)Kulturen, beispielsweise mit Schlaglichtern nach Argentinien oder Israel. Lokale Bezüge dürfen selbstverständlich nicht fehlen, so kann man während der gesamten Festivalzeit in Bochum kostenlos zwei Ausstellungen besuchen.

Abgerundet wird das Programm mit einem Poetry-Slam und einer Diskussion über Vielfalt im Fußball, in dessen Rahmen auch die aktuellen gesellschaftspolitischen Proteste in Belarus berücksichtigt werden.

Bei Rückfragen steht Markus Mau vom Schalker Fanprojekt (Tel. 0209/468846, Mail: m.mau@schalker-fanprojekt.de) gerne zur Verfügung.

19+04 Fragen! Video-Album der Schalker Fanszene

Das Fanprojekt bittet vor die Kamera: In der Reihe „19 + 04 Fragen“ erzählen Fans vom Verein, ihrem eigenen Leben und dem Umgang mit der Coronakrise.

Von außen wirken die Fankurven auf manche wie eine große, meist gleichfarbige Masse. Doch diese Masse besteht aus Individuen mit eigenen Geschichten, Vorlieben und Abneigungen, Meinungen und Überzeugungen. Einige dieser Persönlichkeiten versammelt das Schalker Fanprojekt nun in einer Videoreihe. Das Prinzip ist simpel: Die Fans – alt, jung, Männer, Frauen, Allesfahrer, Ultras, Kuttenträger – beantworten mal kürzer, mal ausführlicher alle dieselben Fragen. 23 Stück oder genauer: 19+04.

Ein halbes Dutzend Fans hat bereits vor der Kamera des Fanprojekts Platz genommen und sich den 19+04-Fragen gestellt. Dabei geht’s um Fußball und – natürlich – um Schalke, aber auch um die Coronakrise: Die Fans erzählen von ihrer Fußballbiografie und besonderen Momenten mit dem Verein und von ihrem Leben während der Einschränkungen.

Wer regelmäßig ins Stadion geht, wird vertraute Gesichter erkennen, doch vor allem ergibt sich die Gelegenheit, Fans aus der Kurve in einem anderen Licht zu sehen. Die Reihe „19+04 Fragen“ wird so eine Art Familienalbum der Fanszene, in dem man auch Monate oder Jahre später noch blättern kann, um sich an die Zeit der Coronapandemie und an die Vielfalt der Schalker Fanszene zu erinnern.

Die bisher entstandenen Interviews findet ihr auf unserem Youtube Channel „Fanprojekt Schalke