Digitaler Graffiti-Corner im offenen Treff

Digitaler Graffiti-Corner im offenen Treff

Digitaler Graffiti-Corner im offenen Treff

Das letzte Pandemiejahr forderte nicht nur die Fanprojekte im allgemeinen, sondern auch die Kolleg*innen der Sozialen Arbeit und speziell die Jugendarbeit heraus. Somit fanden auch wir uns im Spannungsfeld der digitalen Jugendarbeit wieder. Nachdem wir im letzten Jahr schon unterschiedliche Angebote für unseren Adressat*innenkreis durchführen konnten versuchten wir ein dauerhaftes digitales Angebot zu schaffen, welches unsere Besucher*innen im Rahmen des offenen Treffs regelmäßig abholt und eine feste Struktur im Alltag unserer Jugendlichen vorlebt. Zu Beginn des Jahres luden wir unseren Offenen Treff zu einer digitalen Auswärtsfahrt ein, bei der wir die Bedarfe und Wünsche der Jugendlichen erfragten und festhielten. Der Wunsch seitens unserer Zielgruppe wurde klar formuliert, ein digitaler Graffitiworkshop mit Perspektive zum Wiedersehen an der Glückauf Kampfbahn wurde gefordert. Grund genug für uns, sich näher mit der Thematik auseinander zu setzen. So suchten wir nach Möglichkeiten einen digitalen Workshop durchzuführen, der dabei die absoluten Beginner berücksichtigt, aber auch die erfahreneren Jugendlichen abholt und weiter im kreativ – künstlerischen Bereich fördert. Über die LAG – Kunst und Medien sind wir dann schließlich auf das kurz vor Beginn der Pandemie veröffentlichte Buch The Yard Files von Christian Dünow aufmerksam geworden.

Gemeinsam mit Christian planten wir den ersten digitalen Graffiti-Corner und stellten unseren Teilnehmer*innen neben einem eigenen Einsteiger*innen-Buch auch ein Set mit unterschiedlichen Bleistiften und Markern zusammen. Zusätzlich gab es noch ein paar Kleinigkeiten aus dem Fanprojekt, die „Goodie-Bags“ wurden bei persönlichen Haustür-Besuchen übergeben.

Seit Anfang Mai treffen wir uns regelmäßig zum digitalen Sketchen. Dabei wurden die ersten Termine von Christian begleitet und durchgeführt. Er stellte uns unter anderem sein frisch veröffentlichtes Einsteiger*innen Buch vor, zeigte uns wie man am besten damit arbeiten und sich dauerhaft motivieren kann. Thematisch wurde den Jugendlichen beim digitalen Graffiti-Corner vieles erklärt und anhand von praktischen Beispielen gezeigt, so konnten vor allem der Einstieg, für die Teilnehmer*innen erleichtert werden, die bis dato noch wenig Berührung oder Erfahrungen in der Praxis hatten. „Wie baue ich einen Buchstaben auf, worauf ist beim Fill-In oder der Outline zu achten, wie setze ich Schatten oder wie finde ich einen eigenen Style“ waren Fragen die angesprochen wurden. Darüber hinaus gab er uns einen kulturellen Einstieg in die Graffitiszene und diskutierte mit uns über Überlappungen von Fußballgraffiti und Graffiti. Gemeinsam mit ihm bauten die Teilnehmer*innen in den Praxisphasen und über „Hausaufgaben“ ihr erstes Alphabet auf, dass als Basis für weitere digitale Sketcheinheiten dient. Gemeinsam mit Jugendlichen, die sich schon längere Zeit künstlerisch engagieren und ausleben, trafen wir uns 2x die Woche im Rahmen des digitalen Offenen Treffs und bauten unsere Fertigkeiten weiter aus. Zudem ist ein längerfristiges Projekt in Bezug auf Motivation und Frustrationstoleranz, nicht nur für Jugendliche, eine Herausforderung. Da im Laufe der letzten Wochen die Coronazahlen eine Öffnung der offenen Jugendarbeit zu lies, konnten wir endlich unter Abstands- und Hygieneregeln wieder öffnen. Ebenfalls wuchs der Wunsch das bisher Geleistete vom Papier an die Wand zu bringen, und da wir auf dem Gelände der Glückauf-Kampfbahn über eine eigene Grafitti-Wall verfügen, konnten wir beim malen Abstände und Hygieneregeln problemlos einhalten. Auch hierbei halfen uns talentierte und erfahrene Jugendliche aus dem offenen Treff. Read more…

Wenn jeder Fanmarsch strafbar wird – Fanhilfen NRW und LAG Fanprojekte kritisieren das geplante Versammlungsgesetz

Mit großer Sorge nehmen wir, die Fanhilfen aus Nordrhein-Westfalen sowie die Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (LAG), den aktuellen Gesetzesentwurf der Landesregierung zur Einführung eines Versammlungsgesetzes zur Kenntnis, der am 6.5. im Innenausschuss beraten und noch vor der Sommerpause verabschiedet werden soll. Der unbestimmte Wortlaut sowie die Anwendbarkeit des Versammlungsgesetzes auch auf schlichte An- und Abreisen bei Fußballspielen lassen uns befürchten, dass bald jeder noch so friedliche Fanmarsch zu Strafverfahren gegen Fußballfans führen wird.
Fanmärsche sind elementarer Bestandteil der Fankultur. Sei es der einfache Gang vom Bahnhof zum Stadion bei einem Auswärtsspiel, ein organisierter Marsch durch die Stadt im Europapokal oder eine Demonstration mit fanpolitischem Inhalt – die Bilder von tausenden Fans, die durch die Straßen einer Stadt ziehen, sind jedem Sportbegeisterten vor Augen. Nicht selten sind die Fans dabei in einheitlichen (Vereins-) Farben oder in extra angefertigten Mottoartikeln unterwegs.
Diese Bilder könnten bald der Vergangenheit angehören. Bereits heute ist das bestehende Versammlungsgesetz anwendbar auf Fußballfanmärsche aller Art und kann beispielsweise zu Ermittlungsverfahren führen, wenn Schals im Winter zu weit oben im Gesicht getragen werden – Stichwort ,,Vermummung‘‘. Der Gesetzesentwurf der Landesregierung geht nun aber so weit, dass bereits auch nur die Teilnahme an einem Fanmarsch strafbar sein könnte, ohne, dass irgendeine konkrete Handlung vorgenommen wird.
Im Zentrum unserer Kritik steht dabei der §18 VersG-E NRW, das sogenannte Militanzverbot. Demnach soll es zukünftig verboten sein ,,eine öffentliche Versammlung unter freiem Himmel oder sonstige öffentliche Veranstaltung unter freiem Himmel zu veranstalten, zu leiten oder an ihr teilzunehmen, wenn diese infolge des äußeren Erscheinungsbildes

1. durch das Tragen von Uniformen, Uniformteilen oder uniformähnlichen Kleidungsstücken
2. durch ein paramilitärisches Auftreten oder
3. in vergleichbarer Weise

Gewaltbereitschaft vermittelt und dadurch einschüchternd wirkt.‘‘ Read more…

Fanarbeit und Geschlecht

Dokumentation der 17. Bundeskonferenz der Fanprojekte im November 2019 in Stuttgart
Die vorliegende Dokumentation fasst die zentralen Ergebnisse der 17. KOS-Bundeskonferenz vom 11. bis 13. November 2019 zusammen, die gemeinsam mit der Kompetenzgruppe Fankulturen und sportbezogene soziale Arbeit (KoFaS) sowie der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) durchgeführt wurde.

Fachbeiträge von Prof. Dr. Michael Meuser, Robert Claus, Cristin Gießler, Franciska Wölki-Schumacher, Prof. Mechthild Wolff, Interviews und Erfahrungsberichte machen diese Broschüre zu einem aktuellen und wichtigen Beitrag, der die Fanprojekt-Arbeit widerspiegelt und weiterhin prägt.

Wer Interesse daran hat, kann sich gerne für eine gedruckte Augabe an uns wenden, oder natürlich die online Variante wählen und Papier sparen. Die online Variante findet ihr hier ->  Fanarbeit und Geschlecht

Fachstelle der Fanprojekte NRW erhält Ernst Alexander Auszeichnung für Integration, Vielfalt und Toleranz

Der FC Schalke 04 hat als erster Bundesligist 1994 den Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung in seine Satzung aufgenommen. Damit machen der Verein und seine Mitglieder unmissverständlich klar: Wer andere Menschen ausgrenzt, hat auf Schalke keinen Platz. Kumpel stehen füreinander ein – Schalker machen sich für Menschen stark, die diskriminiert werden. Deshalb hat der Verein die          Ernst Alexander Auszeichnung ins Leben gerufen, die erstmalig 2018 verliehen wurde.
Ernst Alexander war ein jüdischer Spieler des FC Schalke 04, den die Nationalsozialisten in Auschwitz ermordet haben. Der Verein hat sich damals nicht schützend vor seine jüdischen Mitglieder gestellt. Aus der Vergangenheit erwächst eine Verantwortung für die Zukunft. Mit der Ernst Alexander Auszeichnung holt der S04 ihn und alle anderen jüdischen Mitglieder, die entrechtet, verfolgt und ermordet wurden, symbolisch in die Vereinsfamilie zurück. Mit der Auszeichnung ehrt der FC Schalke 04 zudem Menschen, die sich für Integration, Vielfalt und Toleranz einsetzen.

Die Fanprojekte in NRW setzen sich in herausragender Weise für Toleranz und Vielfalt im Fußball ein.

Ihr Ziel ist es, neben dem Antisemitismus unterschiedlichste Diskriminierungsformen in Vergangenheit und Gegenwart sichtbar zu machen und durch mannigfaltige präventive Angebote die
aktuellen Erscheinungsformen insbesondere rund um den Fußballsport zurückzudrängen“, lobt Sebastian Buntkirchen, Direktor für Fans und Vereinsangelegenheiten sowie Geschäftsführer der
vereinseigenen Stiftung Schalke hilft!.
Das Engagement der Fachstelle der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte gestaltet sich im Rahmen der Diskriminierungsprävention vielseitig, neben themenbezogenen
Qualifizierungsangeboten und Bildungsreisen bilden Kulturveranstaltungen sowie sozialraumorientierte Erinnerungsarbeit ein breites Angebot, um (jugendliche) Fußballfans aber auch
die interessierte Zivilgesellschaft für bestimmte Themen zu sensibilisieren.

„Gerade die große Öffentlichkeit der Vereine ist in unserem Fall ein Gelingensfaktor für eine nachhaltige Präventionsarbeit“, bedankt sich Patrick Arnold, Geschäftsführer der LAG Fanprojekte
NRW, für die vertrauensvolle Kooperation. Weitere Informationen zum Angebot der LAG Fanprojekte NRW finden Sie hier: http://www.lag-fanprojekte-nrw.de/
Die LAG Fanprojekte NRW dankt dem FC Schalke 04 für die Auszeichnung sowie dem ebenfalls nachhaltigen gesellschafts- und sportpolitischen Engagement und gratuliert zugleich dem weiteren
Gewinner Klaus-Dieter Seiffert, der als Inklusionsaktivist im Stadtteil Gelsenkirchen-Schalke einen wichtigen Beitrag zur Integration von hörgeschädigten Menschen leistet.

Das Angebot der Fachstelle der Fanprojekte in NRW wird gefördert durch Mittel aus dem Kinder & Jugendförderplan des Landes NRW, zur Verfügung gestellt durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.