Fanarbeit und Geschlecht

Fanarbeit und Geschlecht

Fanarbeit und Geschlecht

Dokumentation der 17. Bundeskonferenz der Fanprojekte im November 2019 in Stuttgart
Die vorliegende Dokumentation fasst die zentralen Ergebnisse der 17. KOS-Bundeskonferenz vom 11. bis 13. November 2019 zusammen, die gemeinsam mit der Kompetenzgruppe Fankulturen und sportbezogene soziale Arbeit (KoFaS) sowie der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) durchgeführt wurde.

Fachbeiträge von Prof. Dr. Michael Meuser, Robert Claus, Cristin Gießler, Franciska Wölki-Schumacher, Prof. Mechthild Wolff, Interviews und Erfahrungsberichte machen diese Broschüre zu einem aktuellen und wichtigen Beitrag, der die Fanprojekt-Arbeit widerspiegelt und weiterhin prägt.

Wer Interesse daran hat, kann sich gerne für eine gedruckte Augabe an uns wenden, oder natürlich die online Variante wählen und Papier sparen. Die online Variante findet ihr hier ->  Fanarbeit und Geschlecht

Fachstelle der Fanprojekte NRW erhält Ernst Alexander Auszeichnung für Integration, Vielfalt und Toleranz

Der FC Schalke 04 hat als erster Bundesligist 1994 den Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung in seine Satzung aufgenommen. Damit machen der Verein und seine Mitglieder unmissverständlich klar: Wer andere Menschen ausgrenzt, hat auf Schalke keinen Platz. Kumpel stehen füreinander ein – Schalker machen sich für Menschen stark, die diskriminiert werden. Deshalb hat der Verein die          Ernst Alexander Auszeichnung ins Leben gerufen, die erstmalig 2018 verliehen wurde.
Ernst Alexander war ein jüdischer Spieler des FC Schalke 04, den die Nationalsozialisten in Auschwitz ermordet haben. Der Verein hat sich damals nicht schützend vor seine jüdischen Mitglieder gestellt. Aus der Vergangenheit erwächst eine Verantwortung für die Zukunft. Mit der Ernst Alexander Auszeichnung holt der S04 ihn und alle anderen jüdischen Mitglieder, die entrechtet, verfolgt und ermordet wurden, symbolisch in die Vereinsfamilie zurück. Mit der Auszeichnung ehrt der FC Schalke 04 zudem Menschen, die sich für Integration, Vielfalt und Toleranz einsetzen.

Die Fanprojekte in NRW setzen sich in herausragender Weise für Toleranz und Vielfalt im Fußball ein.

Ihr Ziel ist es, neben dem Antisemitismus unterschiedlichste Diskriminierungsformen in Vergangenheit und Gegenwart sichtbar zu machen und durch mannigfaltige präventive Angebote die
aktuellen Erscheinungsformen insbesondere rund um den Fußballsport zurückzudrängen“, lobt Sebastian Buntkirchen, Direktor für Fans und Vereinsangelegenheiten sowie Geschäftsführer der
vereinseigenen Stiftung Schalke hilft!.
Das Engagement der Fachstelle der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte gestaltet sich im Rahmen der Diskriminierungsprävention vielseitig, neben themenbezogenen
Qualifizierungsangeboten und Bildungsreisen bilden Kulturveranstaltungen sowie sozialraumorientierte Erinnerungsarbeit ein breites Angebot, um (jugendliche) Fußballfans aber auch
die interessierte Zivilgesellschaft für bestimmte Themen zu sensibilisieren.

„Gerade die große Öffentlichkeit der Vereine ist in unserem Fall ein Gelingensfaktor für eine nachhaltige Präventionsarbeit“, bedankt sich Patrick Arnold, Geschäftsführer der LAG Fanprojekte
NRW, für die vertrauensvolle Kooperation. Weitere Informationen zum Angebot der LAG Fanprojekte NRW finden Sie hier: http://www.lag-fanprojekte-nrw.de/
Die LAG Fanprojekte NRW dankt dem FC Schalke 04 für die Auszeichnung sowie dem ebenfalls nachhaltigen gesellschafts- und sportpolitischen Engagement und gratuliert zugleich dem weiteren
Gewinner Klaus-Dieter Seiffert, der als Inklusionsaktivist im Stadtteil Gelsenkirchen-Schalke einen wichtigen Beitrag zur Integration von hörgeschädigten Menschen leistet.

Das Angebot der Fachstelle der Fanprojekte in NRW wird gefördert durch Mittel aus dem Kinder & Jugendförderplan des Landes NRW, zur Verfügung gestellt durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

Belarus: Proteste, Fußball und Fans – Vortrag am 15.12.2020 um 19 Uhr

Belarus wird von seinem faktischen Alleinherrscher Aljaksandr Lukaschenka seit 1994 regiert. Er gilt als der „letzte Diktator Europas“. Anlässlich der Präsidentschaftswahl im August 2020 rollte eine historische Protestwelle durch das osteuropäische Land, mehrere
hunderttausend Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten beteiligten sich an den Protesten. Die Wahl gilt als Scheinwahl: Gegenkandidaten wurden festgenommen und die Wahlen wurden manipuliert. Das Regime regiert mit ganzer Härte. Bis heute wurden über
30.000 Menschen inhaftiert. Darunter befinden sich auch viele prominente Sportler und Fußballer des Landes, sowie Fußball-Fans.
Der langjährige Belarus-Kenner Ingo Petz berichtet in seinem Vortrag am 05.01.2020 von den aktuellen Protesten, über ihre politischen Hintergründe und von der Rolle von Fußball und Fanszenen. Zudem gibt er Einblicke in die Kultur und Geschichte eines Landes, das hierzulande immer noch sehr unbekannt ist.
Erneut verbindet das Schalker Fanprojekt bei Gelsensport mit dieser Veranstaltung die Themen Fußball und Gesellschaft. Seinen Bildungsauftrag verfolgt das Projekt regelmäßig mit verschiedenen Veranstaltungen zu gesellschaftlichen Themen wie Diskriminierung im
Fußball, Antisemitismus, Geschichte, Politik und Fankulturen im Ausland sowie seinem Lernzentrum „Schalke macht Schule“. Ziel ist es, das Interesse von jungen Menschen an Themen jenseits der eigenen Fankurve zu wecken. Dabei ist es unerlässlich, auch auf aktuelle
Themen zurück zu greifen. Die Teilnahme am Vortrag ist kostenlos und offen für alle Interessierten!
Ingo Petz berichtet seit über 20 Jahren als Journalist und Analytiker über Belarus und Osteuropa. 2014 gründete er das Projekt Fankurve Ost, das sich mit den Fankulturen in Belarus, Russland und in der Ukraine beschäftigt.

www.ingopetz.com
www.fankurve-ost.de
www.schalker-fanprojekt.de

Wie kann ich teilnehmen?

Am 05.01. wird um 19 Uhr der Vortrag über unseren gotomeeting-Zugang angeboten. Damit die interessierten Teilnehmer dabei sein können, ist es zwingend notwendig, sich im Vorfeld beim Fanprojekt anzumelden. Bitte nutzt folgende E-Mail Adresse: veranstaltung@schalker-fanprojekt.de

Ihr werdet kurz vor der Veranstaltung einen Link zugeschickt bekommen, mit dem ihr Euch einwählen könnt. Dafür benötigt ihr keine App und auch keinen Download von Gotomeeting.
Unter folgendem Link wird Euch erklärt, wie es auch ohne App funktioniert: https://support.logmeininc.com/de/gotomeeting/help/kann-ich-die-web-app-anstelle-der-
desktopanwendung-verwenden-g2m090019

Qualität mit Siegel

November 2020

Bestätigung für die gute Arbeit der Fanprojekte

Nichts ist so gut, dass es nicht verbessert werden könnte. Das gilt auch für die sozialpädagogische Fanarbeit. Dafür wurde 2010 ein Konzept zur Qualitätssicherung eingeführt, inzwischen ist der zweite Prüfzyklus abgeschlossen. 60 Fanprojekte haben bis September 2020 das Qualitätssiegel „Fanprojekt nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit (NKSS)“ erhalten.

Wie lässt sich die Qualität von Sozialarbeit mit Fußballfans, also die Kerntätigkeit der Fanprojekte, bewerten, evaluieren, verbessern? Um diese Frage zu beantworten, wurde 2010 das Qualitätssiegel „Fanprojekt nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit (NKSS)“ eingeführt. Bis 2015 wurden 51 Fanprojekte in einem ersten Zyklus geprüft und erfolgreich zertifiziert. Nun ist im September 2020 der zweite Prüfzyklus, dem ein Pilotprojekt vorgeschaltet war, abgeschlossen. Auch diesmal haben alle 60 untersuchten Fanprojekte das Qualitätssiegel erhalten. Anders als im ersten Durchgang wurde die Datenerhebung von einem externen und unabhängigen Institut, dem Centrum für Evaluation (CEval GmbH) a

us Saarbrücken, durchgeführt. Hat ein Fanprojekt den Prozess erfolgreich abgeschlossen, behält das Qualitätssiegel für drei Jahre seine Gültigkeit.

Das Konzept des Qualitätssiegels wurde von der AG Qualitätssicherung entwickelt, die auf Grundlage der Auswertung der CEval GmbH die Entscheidung über die Vergabe des Siegels trifft. Die Arbeitsgruppe ist an den Beirat der KOS angeschlossen. In ihr sind mit der Deutschen Sportjugend als Vertreterin der Trägerlandschaft, der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Familien- und Jugendbehörden für die Bundesländer, DFB und DFL, Wissenschaft und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte alle relevanten Netzwerkpartner der Arbeit vertreten. Vorsitzender der AG ist Prof. Dr. Gunter A. Pilz. Finanziert wird dieser Prozess von BMFSFJ, DFB und DFL. „Die Vergabe des Qualitätssiegels ist jedes Mal auch ein Beleg für die hohe fachliche Qualität der sozialpädagogischen Arbeit der Fanprojekte. Die enge Begleitung des Vergabeprozesses durch die AG und die intensiven Diskussionen innerhalb der AG geben allen Beteiligten zudem einen guten Einblick in die spezifische Arbeit vor Ort“, sagt Prof. Dr. Pilz. „Das Qualitätssiegel hat sich als ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung der Arbeit der Fanprojekte bewährt. Unser Blick geht nun in die Zukunft und in die Ausgestaltung des dritten Durchlaufs.“

Übergabe des Qualitätssiegels an das Schalker Fanprojekt im Oktober 2019

Der Prozess der Qualitätssicherung für die zweite Vergaberunde verlief in mehreren Stufen und erstreckte sich über rund zweieinhalb Jahre. Die Mitarbeiter*innen von CEval GmbH erhoben Daten durch Fragebögen und Gespräche vor Ort, nicht nur mit den Fanprojekten selbst, sondern auch mit den verschiedenen Netzwerkpartnern: mit Geschäftsführung, Sicherheits- und Fanbeauftragten in den Vereinen, Vertreter*innen von Kommune, Polizei, dem Träger und nicht zuletzt mit der Fanszene. Geprüft wurden strukturelle Kriterien wie die Ausstattung der Fanprojekte: Werden Diensthandys und ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt? Sind ausreichende Räumlichkeiten vorhanden? Beteiligen sich die Fachkräfte regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen? Doch bei anderen Fragen wie jener nach der Zusammenarbeit mit den Fanbeauftragten, der Kommunikations- und Vermittlungsfähigkeit im Netzwerk oder nach der Akzeptanz der Fanprojektarbeit in der Fanszene des Bezugsvereins geht es stärker um inhaltliche Einschätzungen, für die eine gute Kenntnis der Arbeitsabläufe und -bedingungen vor Ort hilfreich ist. Deutlich wurde in der Datenerhebung, dass der Prozess von den Beteiligten ernstgenommen und wertgeschätzt wird, der Rücklauf und die Bereitschaft, Auskunft zu geben, waren hoch. „Das Qualitätssiegel nimmt sowohl für die Fanprojekte als auch für die jeweilige Trägerorganisation einen hohen Stellenwert ein“, sagt Dr. Vera Hennefeld, Projektleiterin bei der CEval GmbH. Read more…