Graffiti-Projekt „Berliner Brücke“

Graffiti-Projekt „Berliner Brücke“

Graffiti-Projekt „Berliner Brücke“

Bubbles, Can, Cap, Fill-in, Outline, Piece…..Graffiti ist seit einiger Zeit ein fester Bestandteil im Straßenbild einer jeden Stadt, in der Sprache und vor allem Bestandteil der Jugendkultur. Dieses Interesse machen wir uns in unserer Arbeit regelmäßig zu nutze und bieten Workshops, juristische Infoabende und legale Flächen an.

Bei dem aktuellen Projekt „Berliner Brücke“ konnten wie eben diese als durch uns legal nutzbare Fläche gewinnen, sowie mit Christian Dünnow einen sehr erfahrenen und kompetenten Vermittler des Genres unseren Jugendlichen anbieten. In einem mehrteiligen Workshop wurden verschiedenste Inhalte zum Thema bespielt sowie auch ein Teil der Berliner Brücke für ein Bild gemeinsam entwickelt und gestaltet. Dabei handelte es sich um den Schriftzug „Alles für Schalke“, ein Zitat, welches zurück geht auf den jüdischen Funktionär des FC Schalke 04 Dr. Paul Eichengrün, der im Zuge der Arisierung der Vereine mit diesem Zitat von seinen Ämtern zurück getreten ist.

Am letzten März-Wochenende konnten wir mit knapp 70 jungen Menschen und weiteren Gästen, bei bestem Wetter, den nördlichen Teil der Berliner Brücke neu und frabenfroh gestalten. Es kam zu einigen Kontakten mit Anwohnern und vorbeifahrenden Gelsenkirchenern, die sich ebenfalls für Wandgestaltungen im Garten, Keller oder sogar eines Autos interessierten und sich sehr begeistert von den Kunstwerken zeigten.

Zukünftig ist die Seite der Berliner Brücke, wo sich auch das Büro des Schalker Fanprojektes befindet, nutzbar als „legal wall“. Die Seite die sich direkt gegenüber von „Amevida“ befindet nicht. Interessierte Sprüherinnen und Sprüher können sich bei uns zur Absprache melden.

Dank der Unterstützung der Stadt Gelsenkirchen durch das Referat Kinder, Jugend und Familie sowie durch das Referat Kultur konnten wir ein tolles Grafitti-Angebot erstellen, um den Jugendlichen eine Möglichkeit zu geben die Corona-Zeit in Ansätzen aufzuholen und den Stadtteil ein wenig farbenfroher und attraktiver zu gestalten.

Glücklicherweise können wir auch in diesem Spät-Sommer/ Herbst das Angebot erneut durchführen und auch auf die Grundschulen aus dem Stadtteil und das Lalok Libre ausweiten.

Falls ihr an dem Projekt gefallen gefunden habt, könnt ihr uns natürlich auch gerne unterstützen, jede Spende hilft uns. Zudem kann sich natürlich jeder Interessierte mit einer Freifläche bei uns melden, der diese bemalt haben möchte.

La Lok Libre Cup

Am Dienstagnachmittag haben Mitglieder der Fanszene mit dem Lalok Libre ein Fußball-Blitzturnier mit sechs Teams im Alma Park organisiert.

In Zusammenarbeit mit dem Schalker Fanprojekt, der LAG der Fanprojekte NRW und Schalke hilft, konnten alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen eine Medaille und ein S04 Schal mit nach Hause nehmen. Um den Bezug zum S04 zu stärken, hat auch „Erwin“ sich nicht lumpen lassen und fleissig Autogramme verteilt!

Anschließend wurde noch zusammen gegessen und perspektivisch wird eine Arenabesichtigung und ein Spielbesuch angestrebt!

Das La Lok Libre ist ein Verein zu Förderung der Kinder und Jugendarbeit in GE-Schalke.

28. Jahrestagung der BAG der Fanprojekte

Es fährt kein Zug nach Nirgendwo – Fanprojektarbeit in ländlichen Räumen“

Unter diesem Titel fand die diesjährige Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) auf dem Rabenberg im Erzgebirge statt. Es war dabei nicht überraschend, dass sich schon auf der Talkrunde zur Eröffnungsveranstaltung die Fragen um Angebotsdichte und Erreichbarkeit, Netzwerkbildung, Anonymität oder politische Strukturen drehten und damit Unterschiede zu großen Metropolenregionen schlagwortartig beschreiben. Und natürlich sind diese Unterschieden den Akteuren Sozialer Arbeit im ländlichen Raum, und damit auch Fanprojekten, wohl bekannt. Doch worin differenziert sich die Arbeit in Dortmund und in Plauen? Was macht es aus, wenn 80.000 oder 5.000 Zuschauer*innen im Stadion sind? Braucht es überhaupt Soziale Arbeit mit Jugendlichen in ländlichen Räumen? Das VIII. Sozialgesetzbuch beantwortet diese Frage gleich im ersten Satz: „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“ Es braucht also nicht über eine Notwendigkeit gesprochen werden, vielmehr muss festgestellt werden, dass die vorhandenen Angebote nicht ausreichen oder schlecht greifen. Klaus Farin kritisierte in seinem Inputreferat im Rahmen der Auftaktveranstaltung in den Zinnkammern Pöhla e.V., das seit Jahren dieselben Fehler begangen würden. Jugendliche werden schlecht einbezogen, können nicht mitbestimmen und ihre Bedürfnisse werden von Erwachsenen eher vermutet als tatsächlich gemeinsam mit ihnen identifiziert. So würde beispielsweise in keinem einzigen Beirat der Verkehrsverbünde auch nur ein*e Jugendliche*r sitzen, und das, wo gerade die schlechte Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr eine große Herausforderung für junge Menschen ist. Dieser Umgang der Erwachsenenwelt mit jungen Menschen ist schwer verständlich, sind doch gerade ländlichere Gebiete auf die Jugendlichen angewiesen. Und die wollen, aktuellen Studien zufolge, auch gerne bleiben. Fanprojekte haben an dieser Stelle entscheidende Vorteile. Die Leidenschaft für Fußball und einen Verein verbindet und bringt junge Fans aus der Region in den Stadien zusammen. Eine ideale Voraussetzung für die Kontaktaufnahme und Beziehungsarbeit durch die Sozialarbeiter*innen gerade in Regionen, wo es wenig vergleichbare Angebote Sozialer Arbeit gibt. Die Fansozialarbeit orientiert sich mit ihren partizipativen und offenen Angeboten an den Bedarfen der Fans und ihrer Lebenswelt. Dabei reicht das Portfolio von Beratungsangeboten, über das zur Verfügung stellen von Räumlichkeiten und weiterer Infrastruktur, Outdooraktivitäten oder U18-Fahrten zu Auswärtsspielen. Damit sind Fanprojekte – gerade in ländlichen Räumen – ein unverzichtbarer Bestandteil der ausgedünnten Hilfelandschaft, darüber waren sich die Podiumsgäste einig.

Der zweite Tagungstag beinhaltete eine Vielzahl von Workshops. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Konzipierung erlebnispädagogischer Angebote, welche abseits von Großstädten und Ballungsgebieten einfach realisiert werden können. Die Tagung endete mit der turnusmäßigen Mitgliederversammlung der BAG Fanprojekte e.V. Die nächste Tagung wird im März 2023 in Lübeck stattfinden.

Sophia Gerschel/Christian Keppler

BAG Sprecher*innen

Wanderausstellung „Der andere Fußball – 100 Jahre Arbeiterfußball – 125 Jahre Arbeitersport“ kommt nach Gelsenkirchen

Das Schalker Fanprojekt holt im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus mit dem Paderborner Kreis, dem Institut für Stadtgeschichte und Gelsensport e.V. die Wanderausstellung „DER ANDERE FUSSBALL – 100 Jahre Arbeiterfussball – 125 Jahre Arbeitersport“ nach Gelsenkirchen.

Seit seiner Gründung 1893 gehörte der Arbeiter-Turn und Sportbund (ATSB) zu den größten Sportverbänden Deutschlands. Rund 1,5 Millionen Mitglieder, darunter mehr als 125.000 Fußballer, etablierten vor allem seit den Jahren 1918/19 ein überaus buntes und aktives Sportleben. Mit Machtübernahme der Nationalsozialisten fand diese Tradition ein gewaltsames Ende. Nach Gründung der Bundesrepublik schlossen sich die vorwiegend sozialdemokratisch orientierten Arbeitersportler den millieuübergreifenden Sportverbänden wie dem DFB an.

Die 100-jährigen Traditionen und Geschichten der Arbeiterfußballer sind seitdem vielfach in Vergessenheit geraten. Mit der Ausstellung wird erstmals der Versuch unternommen, diesem wichtigen Teil der deutschen Fußballgeschichte wieder Gestalt und Gesicht zu geben.

Auch dem Gelsenkirchener Arbeitersport werden extra für diese Ausstellung Aufsteller gewidmet sein.

Eröffnet wird die Ausstellung im Sportcentrum am Schürenkamp am 25.03. um 19 Uhr durch Grußworte des Geschäftsführers von Gelsensport, Marc Kopatz, bevor Dr.Eike Stiller vom Paderborner Kreis zum Thema referieren wird.

Am 07.04. um 18 Uhr wird im Wissenschaftspark Dr.Daniel Schmidt vom Institut für Stadtgeschichte die Rolle des FC Schalke 04 im Nationalsozialismus beleuchten.

Die Ausstellung kann am Montag den 28.03. und am Mittwoch den 30.03. von 12-20 Uhr im Foyer des Sportcentrums am Schürenkamp besichtigt werden. Vom 31.03. bis zum 09.04. wird die Ausstellung im Wissenschaftspark täglich von 10-18 Uhr zu sehen sein.

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung für die Begleitveranstaltungen und für große Gruppen wird unter veranstaltung@schalker-fanprojekt.de gebeten.

Im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus wird das Schalker Fanprojekt eine weitere Veranstaltung anbieten:

Lesung “Ihr Kampf” von Robert Claus; 17.März 2022, 18.30 Uhr über Zoom

Die extrem rechte Szene rüstet auf:
Ihre Kameradschaften, Parteien und Eventveranstalter haben gezielt eigene
Strukturen im Kampfsport aufgebaut – Trainingsstudios, Kleidungsmarken und internationale Netzwerke.
Obendrein hat sich der „Kampf der Nibelungen“ zum größten Kampfsportevent der militanten Neonaziszene in Westeuropa entwickelt. Diese ist beflügelt vom Erstarken extrem rechter Politik und trainiert ihre politische Gewalt. Die Szene bereitet sich somit vor auf die Straßenkämpfe am Tag X, an dem sie die von ihr verhasste Demokratie zu Fall bringen will. In seinem neuen Buch „Ihr Kampf“ beschreibt Robert Claus diese gefährliche Entwicklung und diskutiert, welche Gegenstrategien aus Zivilgesellschaft, Sport und Politik möglich und notwendig sind. Nach Veranstaltung im letzten Jahr organisiert von der Fachstelle gegen Rechtexremismus und Rassimus, soll diese Veranstaltung dazu dienen um einen Blick auf die aktuelle Situation im Ruhrgebiet (speziell Gelsenkirchen/Essen) werfen.

Eine Anmeldung unter veranstaltung@schalker-fanprojekt.de ist für den Erhalt der Zugangsdaten nötig.