09.02.2017

Auf Achse nach München

AllianzArena GruppenbildAm ersten Februar Wochenende stand die einzige Übernachtungsfahrt der Saison nach München an. Bereits um 4 Uhr in der Früh machten sich 40 Jugendliche mit dem Reisebus auf den Weg nach München. Nach etwas Schlaf wurde die restliche Strecke zur AllianzArena mit einem Film und dem mittlerweile berühmten, wie auch berüchtigten Quiz überbrückt. Diesesmal mit insgesamt 60 Fragen rund um den S04, München, Bayern, fußballerische Höhepunkte und nicht zuletzt mit Vorwissen rund um den Besuch der KZ- Gedenkstätte Dachau am nächsten Tag.
Nach einigen Staus kam die Reisegruppe gegen 13 Uhr frühzeitig am Stadion an. Erfolgreiche und gut anzusehende 90 Minuten Spielzeit später, ging es mit einem Punkt in der Tasche auf den Weg in die Jugendherberge. Nach dem Abendessen fand man sich noch im Gemeinschaftsraum zusammen, wo Gesellschaftsspiele, ein spontaner Graffitistammtisch, oder auch die Sportschau den Abend abrundeten.

Nach ausgiebigem Frühstück erreichte der Fanprojekt Bus die KZ-Gedenkstätte in Dachau, wo es darum ging, die Teilnehmer*innen über ein ganz dunkles Kapitel der deutschen Geschichte aufzuklären.

Führung6In zwei Gruppen wurde die Reisegruppe durch das Gelände geführt und bekam fundierte Hintergründe zur Gedenkstätte, erschütternde Einblicke in die Lebenswelt der Häftlinge und welcher Willkür diese ausgesetzt waren. Besonders durch Beispiele persönlicher Schicksale wurde das erfahrene Leid sehr anschaulich dargestellt. Vom Dienstgebäude der SS führte der Rundgang durch das Lagertor mit der Inschrift „Arbeit macht frei“ auf den Appellplatz. Hier wurde sehr eingänglich der tägliche Wahnsinn beschrieben, dem die Insassen des Konzentrationslagers ausgesetzt waren. Die Dauerausstellung im ehemaligen Wirtschaftsgebäude zeigt detailliert die Entstehung, Weiterentwicklung und Vervielfältigung des nationalsozialistischen Lagersystems, sowie die Geschichte des KZ- Dachau explizit. Aber auch die Räumlichkeiten selbst boten einen Einblick in das Martyrium der Häftlinge.

Bei der Ankunft im Lager nahm der so genannte Schubraum für die Häftlinge eine zentrale Rolle ein. Dies war der Ort, an dem die Gefangenen den gewaltsamen Verlust aller persönlichen Rechte, Gegenstände, Freiheiten und menschlicher Eigenständigkeit erlebten. Das „Häftlingsbad“ war die letzte Station der Einlieferungsprozedur. Dort wurden die neu Angekommenen kahlgeschoren, mussten in einem Fass mit brennendem Desinfektionsmittel untertauchen und wurden unter die Duschen geschickt. Im Anschluss daran wurde ihnen die gestreifte Häftlingskleidung zugeteilt.

Mahnmal GruppenbildAls nächstes ging es über den Bunkerhof in eben jenen Bunker, der genutzt wurde, um missliebige und unbequeme Häftlinge einzusperren, zu foltern oder zu ermorden. Besonders die „Stehzellen“, kleine Kammern, in denen die Gefangenen oft Tage in Dunkelheit stehend verbringen mussten, wurden hier als äußerst perfide Strafmaßnahme erläutert. Vom Bunker führte der Rundgang zu einem originalgetreuen Nachbau der Baracken. Im Inneren ist eine eine kleine Ausstellung mit einer Rekonstruktion der räumlichen Verhältnisse, in drei zeitliche Abschnitte unterteilt. Denn durch eine eklatante Überbelegung des Lagers von ursprünglich 5.000 auf am Ende über 30.000 Insassen, wurden auch die Baracken mehrfach verändert, so „dass so viele Menschen wie nur möglich hineingepfercht werden konnten“. Dementsprechend verschlechterten sich auch die Lebensbedingungen für die Häftlinge. Zudem gab es auch Baracken, die zu anderen Zwecken genutzt wurden. Neben einer Lagerbücherei, einer Produktionsstätte für die Rüstungsindustrie und einer Schreibstube, wurde vor allem der Häftlingskrankenbau im Laufe der Zeit immer mehr genutzt und vergrößert. Jedoch hauptsächlich um hier brutale Versuche an Menschen durch SS- Ärzte durchzuführen.

Mahnmal4Über die Lagerstraße, die den Weg zwischen den ehemaligen Baracken erschließt, ging es vorbei an den religiösen Gedenkstätten zum Krematorium. Dieses diente zur Beseitigung der Leichen aus dem Konzentrationslager, wobei die Öfen in der Regel Tag und Nacht liefen. Gegen Ende des Lagers reichten die Kapazitäten des Krematoriums nicht mehr aus, so dass die amerikanischen Soldaten bei der Befreiung des Lagers „ auf unzählige Leichen, die im Krematorium lagen“ stießen.

Hier endete der Rundgang für beide Gruppen. Aufkommende Fragen und Gedanken wurden im Anschluss mit den jeweiligen Jugendlichen besprochen.

Die Heimreise verlief ohne Zwischenfälle und endete nach Zwei Filmen, sowie der Quizauflösung samt Preisverleihung gegen 22 Uhr in Gelsenkirchen. Fotos dieser Fahrt findet Ihr hier. Die nächste Fahrt ist schon geplant und wird in den nächsten Tagen beworben.